NodeMCU ESP8266 als WLAN-Repeater

Wer kennt das nicht? Da hat meinen einen Client fern ab vom häuslichen Router installiert und nun kommen die Steuerbefehle der Homeautomatic nicht mehr hin. Des Rätzels Lösung ein Repeater muss her. Und für die Steuerung des Clients ist die Datenrate des ESP8266 völlig ausreichend.

Daher möchte ich euch heute zeigen, wie ich aus einer NodeMCU ESP8266 einen Repeater zum Laufen gebracht habe.

Einige werden sich jetzt fragen wozu das Ganze? Es gibt WLAN Repeater für unter 20 Euro und da ist Netzteil und Gehäuse bereits dabei. Das kann ich nur mit ja beantworten und meist haben diese auch noch eine höhere Datenrate als mein ESP.

Aber wer schnell mal einen Repeater zum Testen braucht kann hier eine Lösung finden. Oftmals liegt so ein ESP auch im Bastelkram rum und kann mal eben für Abhilfe des Versorgungsengpasses sorgen.

Also auf geht’s!

Datenspeicher säubern.

Zunächst schließe ich mal meinen ESP an den Rechner an und Säubere seinen Datenspeicher. Dies mach ich mit dem bereits bekannten Flashprogramm “ESP8266Flasher.exe“ (siehe auch C4a). Ob dies unbedingt notwendig ist weiß ich nicht. Hat sich bei mir jedoch bewährt.

Die Einstellungen sind wie Folgt.

Software von der GitHub-Seite

Im Nächsten Schritt hole ich mir die Nötige Software. Hier hat sich wieder ein findiger Programmierer hin gesetzt und ein Programm geschrieben, das er uns zur Verfügung stellt. Der link zu der benötigten Software lautet:

https://github.com/martin-ger/esp_wifi_repeater

Unter “firmware“ lade ich mir die drei bin-Dateien in ein Verzeichnis auf meiner Festplatte.

Flashtool Laden

Leider gelang es mir nicht die Dateien mittels “ESP8266Flasher.exe“ auf meine Node MCU zu laden. Das heißt geflasht wurden die Dateien nur lief der Repeater nicht. Somit musste eine andere Flash-Software her. Auf GitHub wird die Flash-Software von “espressif.com“ empfohlen. Diese kann hier down geladen werden:

https://www.espressif.com/en/support/download/other-tools

Nach dem Download die ZIP-Datei noch entzipen. Dabei ist die ZIP-Datei zweimal gezipt und es entstehen zwei Unterverzeichnisse. Man kann nun das eigentliche Programmverzeichnis “flash_download_tool_v3.8.8 auch einfach in ein Arbeitsverzeichnis ziehen.

Nach anklicken der EXE-Datei bekommt man vom Windows-Defender eine Warnung, dass es sich um Schadsoftware handeln könnte. Programm jedoch vertrauen und starten.

Zunächst muss man auswählen welchen ESP-Typ man verwendet. In meinem Fall den ESP8266. Einstellung “develop“ kann bleiben und dann auf OK.

Das nun aufgehende Fenster ist wie folg auszufüllen. Jedenfalls waren dies die Einstellungen unter denen ich meinen Repeater zum Laufen brachte. Es genügen die beiden bin-Dateien 0x00000.bin und 0x02000.bin. Die dritte Datei 0x82000.bin kann man dazu laden, muss aber nicht sein. Die hintere Spalte ist entsprechend der bin-Datei-Bezeichnung auszufüllen. Dann unten auf “START“ und der Flashvorgang läuft ab, bis im grünen Feld “FINISH“ steht.

Nun kann das Programm geschlossen werden und der ESP ist von der USB-Schnittstelle zu trennen.

Repeater konfigurieren

Nach Erneuten Einstecken leuchtet die blaue LED auf dem Board und der Repeater kann konfiguriert werden.

Zunächst unter den WLAN-Einstellungen des Handy’s, Laptops oder Pats nach einen offenen WLAN-Netz mit der ssid “MyAp“ suchen und sich mit diesem verbinden.

Weiter geht es durch aufrufen der IP 192.168.4.1 im Internetbrowser und öffnen der Konfiguration. Die Felder auf der Konfigurationsseite sind dann entsprechend zu ändern Dabei ist “Willi“ die WLAN-ssid meines Routers und “Hubert“ die ssid des Repeaters. Eine WPA2 Verschlüsselung mit Zugangspasswort sollte man auch vergeben. Die IP des Subnet sollte der Netzwerkkennung des Routers entsprechen (i.d.R. 192.168.) und das Ganze noch mit “Set“ bestätigen. Nun dauert es einige Zeit und die Seite versucht sich neu aufzubauen, was ihr jedoch nicht gelingt, da sich die Zugangsparameter geändert haben.

Erneut die IP-Adresse des Repeaters aufrufen (192.168.4.1), jedoch darauf achten, dass man jetzt mit dem WLAN-Netz “Hubert“ verbunden ist. Es sollte wieder die Konfigurationsseite erscheinen. Allerdings jetzt ausgefüllt mit unseren Daten. Noch mit “Connect“ bestätigen und die Verbindung zum Router wird aufgebaut. Im Internetbrowser erscheint i.d.R. nun eine Fehlermeldung wegen Zeitüberschreitung.

Egal, ich gehe wieder auf die WLAN-Konfiguration meines Handy’s, Laptops oder Pats und vergewissere mich mit Hubert verbunden zu sein.

Nun ein kleiner Test:

Durch Eingabe der IP zur Konfiguration meines Routers im Internetbrowser, bei mir die Fritz.box oder 192.168.178.1, sollte ich mit dieser verbunden werden.

Obwohl ich im WLAN-Netz Hubert angemeldet bin kann ich durch Eingabe der IP meiner Fritzbox auf die Konfiguration zugreifen, die sonst nur über WLAN-Willi zu erreichen wäre. Der Repeater funktioniert und kann eingesetzt werden. Der fern ab liegende Client ist nun über den Repeater Hubert zu erreichen sofern er entsprechend konfiguriert wurde.

Schlussanmerkung

Solltet Ihr mehrere Repeater einrichten empfiehlt es sich diese auch unterschiedliche IP-Adressen zuzuteilen. Der nächste Repeater könnte dann heißen Toni mit der IP 192.168.5.1 und ist entsprechend nach verbinden mit Toni aufzurufen. Das Netzwerk 192.168. sollte aber immer gleich mit dem des Routers lauten.

Also, wer noch eine Node MCU ESP8266 übrig hat kann jetzt loslegen und einen günstigen Repeater bauen und testen ob er den Ansprüchen genügt. Wie das mit einem ESP32 funktionieren soll hab ich noch nicht ergründet.

Nach einigen Tests kann ich bestätigen, dass der Repeater gut läuft. Selbst das Streamen von Videos ist mit ihm kein Problem. Da ich schon schlechte Erfahrungen mit anderen Repeatern und dem WLAN-Repeating machen musste, verwende ich diese nur noch durch Verbindung über ein LAN-Kabel mit dem Router. Somit war ich bei meinem ESP8266 Repeater angenehm überrascht.